9 Orte in Montenegro, an denen du das Buch beiseite legen solltest

„Über den Wolken
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
alle Ängste, alle Sorgen
sagt man
blieben darunter verborgen
und dann
würde was uns groß und wichtig erscheint
plötzlich nichtig und klein.“

– Reinhard Mey

Es gibt Momente im Leben, da ist die Realität einfach schöner als ein Buch. Von diesen Momenten hatte ich gleich mehrere während unseres letzten Urlaubs in Montenegro.Außerhalb Berlins und außerhalb Deutschlands. Ein Ort an dem ich mir ganz klein vorkomme. Da merke ich, wie unwichtig meine Probleme sind. Unsere Probleme. Die gesellschaftlichen Standards, die einem das Leben richtig schwer machen können.

Hier oben ist alles egal. Wie viele Follower man auf Instagram hat, ob man Größe 34 oder 44 trägt oder ob Frau Cellulite hat. Das sollte es überall sein, aber dazu braucht es eben manchmal einen aha-Moment wie diesen.

Ich hatte da oben fast Pipi in den Augen und wollte für immer bleiben. Wäre aber nachts sicher kalt geworden. Also bin ich mit ein paar Tipps im Gepäck zurück gekommen und will euch mit diesem Post ans Herz legen, selbst mal hinzufliegen. Und ab und an das Buch beiseite zu legen, um selbst atemberaubende Momente zu erleben.

Montenegro ist das schönste Land, das ich bisher bereist habe. Es liegt übrigens nur 2 Flugstunden von Deutschland entfernt. Hier die neun schönsten Orte:

1. Kotor

Wir befinden uns im westlichen Teil des Landes, fünf Autominuten von unserem Appartement entfernt. Die Stadt liegt direkt in einer Bucht (Überraschung: „Bucht von Kotor“). Wir stellen unseren Mietwagen an den Straßenrand und spazieren durch einen kleinen Obst- und Gemüsemarkt, der hauptsächlich Pilze und Granatäpfel im Angebot hat. Auf der anderen Straßenseite befindet sich der Hafen der Stadt, gerade legt ein Speedboot an.

Und dann stehen wir vor einer Mauer. Eine uralte Stadtmauer mit Torbogen, vor uns ein Weg, gepflastert mit großen Steinen, die vor Abnutzung glänzen. Er führt uns hinein in die Altstadt von Kotor und in eine neue alte Welt.

Warmes Licht in engen Gassen, freilaufende hübsche Katzen auf den Fensterbänken und kleine Läden, die handgemachten Schmuck verkaufen. Dieser Ort verzaubert uns mit seinem historischen Charme, unsere Kameras wirken ganz falsch hier, viel zu modern.

Wir suchen nach einer kleinen Mahlzeit und finden einen winzigen Laden, der Mini-Pizzen verkauft. Mini-Pizzen so groß wie Autoreifen. Als er dafür 2 Euro verlangt, können wir unsere Überraschung kaum verbergen. Es ist der erste Tag in Montenegro und dass wir uns hier für so kleines Geld satt essen können, wussten wir nicht. Gut für unsere sowieso recht kleine Urlaubskasse.

Alltagsträumer - Montenegro - Kotor

2. Budva

Kotor und Budva werden überall in einem Zusammenhang genannt. Zu recht! Budva bietet ebenfalls eine Altstadt, die seines gleichen sucht. Die Stadtmauern stehen noch und wir verlieren uns gleich wieder im alten Montenegro, in hübschen kleinen Gässchen. Wir essen in einem romantischen kleinen Restaurant und lassen die Eindrücke des ersten Tages Revue passieren.

Alltagsträumer - Montenegro - Budva

3. Sveti Stefan

Nicht weit von Budva liegt Sveti Stefan. Die kleine Insel wird nur durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden und beherbergt ausschließlich Hotels. Die Gebäude aus dem Mittelalter wurden weitestgehend erhalten und bieten perfektes Foto-Material.

Alltagsträumer - Montenegro - Sveti Stefan

4. Perast

Als Drohnen-Flieger kommen wir wieder voll auf unsere Kosten. Montenegro platzt aus allen Nähten vor atemberaubenden Panoramen, Perast ist einer dieser Orte. Die zwei kleinen Inseln vor der Stadt, St. Georg und St. Martien, liegen wie verlassene Boote auf dem glatten Meeresspiegel in der Sonne und lassen sich fotografieren. Die eine beherbergt den Friedhof von Perast, die andere eine Kirche, welche ein bekannter Wallfahrtsort ist.

Alltagsträumer - Montenegro - Perast

5. Porto Montenegro

Die Stadt der Reichen und Schönen, die Luxusyachten kämpfen um Aufmerksamkeit. Große Palmen säumen die Promenade. Dieser Ort zeigt keine Spur der Armut, die das restliche Land nur schwer verbergen kann.  Wir setzen uns ans Wasser und genießen den Augenblick, die frische Meeresluft, den Sonnenuntergang.

Alltagsträumer - Montenegro - Porto Montenegro

6. Tara Bridge

Über drei Stunden dauert die Fahrt zur Tara Bridge, aber der Weg ist das Ziel. Wir legen unzählige Höhenmeter zurück, ich habe ständig Druck auf den Ohren. Aber diese Aussicht, halleluja. Es ist Mitte Oktober und die gigantischen Wälder um uns herum sind in die buntesten Farben getaucht. Dann geht alles ganz schnell, wir sind fast aus Versehen über die Tara Bridge gefahren. Wir parken auf einem der Ziplining-Parkplätze und Hallo Wunderwerk der Natur. Die Farben leuchten, die Wälder tief unter uns sehen aus wie bemalt.

Alltagsträumer - Montenegro - Tara Bridge

7. Kloster Ostrog

Das Kloster Ostrog ist unser nächstes Ziel. 1665 gegründet, gilt es als eine der wichtigsten Pilgerstätten der Balkan-Region. Vom Parkplatz aus laufen wir los und obwohl wir gutes Schuhwerk tragen, kommen wir fast nicht oben an. Wir laufen eine Treppe aus zusammengewürfelten Steinen hinauf, sie führt quer durch den Wald. Einzelne Steine sind so rutschig, dass wir mehrmals fallen. Neben uns laufen Menschen mit Koffern und auf Socken, sie kommen schneller voran als wir. Dann stehen wir vor dem Kloster und können uns auch die Koffer erklären. Hunderte Menschen liegen auf Matten auf dem Boden, haben sich beinahe häuslich eingerichtet. Am Eingang zum Kloster küssen die Pilger die Wände des Gebäudes. Wir sind völlig fehl am Platz. Die Aura des Klosters schüchtert uns ein und wir halten uns nicht viel länger hier auf, als nötig. Trotzdem ist das Kloster Ostrog schon optisch ein sehenswerter Ort.

Alltagsträumer - Montenegro - Monastir Ostrog

8. Njegos-Mausoleum

Wieder stundenlang den Berg hoch. Jeden Tag geht es steil bergauf. Aus Gewohnheit tritt man schon ins Leere wenn man mal auf gerader Fläche läuft. Dann Ankunft auf einer Aussichtsplattform mit Restaurant an der Klippe. Hat sich schon gelohnt, hier hoch zu fahren. Jetzt angeblich noch ein paar Stufen bis zum Njegos-Mausoleum. Es sind dann aber doch fast 500 Stufen, sie führen durch eine Art Tunnel, in dem es unangenehm hallt. Dann treten wir ins Freie. Ein Tourist fragt uns lachend auf Englisch warum wir nach den paar Stufen so erschöpft sind. Aber wir hören kaum hin, sind schon in Trance. Wir stehen vor dem Mauseleum, über den Wolken von Montenegro. In der Ferne sind noch ein paar Bergspitzen zu erkennen. Hinter uns haben etliche Leute Türme aus Steinen gebaut, es sieht unwirklich aus. Wir sprechen nicht, holen nur Luft und saugen die Eindrücke in uns auf.

Ich fühle mich winzig und will am liebsten nie wieder weg. Diese Freiheit kann mir kein anderer Ort der Welt bieten.

Alltagsträumer - Montenegro - Njegos Mausoleum

9. Lake Skadar

Der Wecker klingelt viel zu früh, aber wir verzichten in diesem Urlaub auf etwas Schlaf, denn die Zeit in Montenegro ist viel zu knapp, um alles zu sehen, was wir uns vorgenommen haben. Auf dem Weg zum Flughafen wollen wir noch einen Stop am Lake Skadar einlegen und fahren noch vor Sonnenaufgang los.

Die Straßen führen uns den nächsten Berg hinauf, es gibt unwahrscheinlich viele Serpentinen. Die meisten davon ohne Leitplanken aber dafür mit Ausblick. Wir werden mit einem traumhaft roten Sonnenaufgang über den Wolken belohnt und stehen schon wenig später an einer Straße, die eher einem Trampelpfad gleicht und keinen Gegenverkehr zulässt. Die Dornenbüsche am Rand zerkratzen den Lack unseres Mietwagens. Dann der Ausblick.

Den Horizont erweitern. Das ist erfüllend.

Alltagsträumer - Montenegro - Lake Skadar

Eine persönliche Empfehlung zum Schluss:

..unsere Airbnb-Unterkunft.

Wir wohnten in Muo, ein Nachbarort von Kotor, direkt an der Bucht von Kotor. Von hier aus konnten wir alle Hotspots gut mit dem Auto erreichen und hatten bei Nacht einen wunderschönen Ausblick auf die beleuchtete Altstadt von Kotor. Das Appartement war recht groß, hatte einen Balkon und eine Küche und war einfach gemütlich. Der Gastgeber Ilija hat uns täglich mit Infos zum Reisen versorgt und war immer für uns ansprechbar.

Alltagsträumer - Montenegro - Airbnb

Wart ihr schon mal in Montenegro? Was hat euch am besten gefallen?

Bis zum nächsten Mal!

Eure Tabea

3 Comments

  1. Melanie 6. Mai 2018 at 12:18

    Wunderschöner Artikel ♡

    Reply
    1. Tabea 7. Mai 2018 at 20:11

      dankesehr 🙂

      Reply
  2. Pingback: "Gefangener Gottes" von Michel Benoit • alltagsträumer - der Bücherblog

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