„Magic Cleaning“ von Marie Kondo – Teil 2

Ich muss mich entschuldigen: bei Marie Kondo, bei dem von ihr verfassten Buch namens „Magic Cleaning“ und bei euch. Und ich muss mich bedanken, dass ihr mich darauf aufmerksam gemacht habt, dass ich das Buch offensichtlich völlig falsch interpretiert habe. Was aber auch kein Wunder ist, wenn man es nur halb liest. 

Zu Teil 1

Vor zwei Monaten habe ich einen Beitrag über dieses Buch geschrieben und war alles andere als begeistert. Marie Kondos Schreibstil ist recht gewöhnungsbedürftig und so war ich so voreilig, zu denken, dass sie ihr „Geheimnis“ zum optimalen, nennen wir es Aufräumerfolg, schon nach wenigen Kapiteln verrät und auf den restlichen Seiten sicherlich nur noch Selbstbeweihräucherung betreiben würde (was bei einigen Ratgebern tatsächlich oft der Fall ist).

Ich war ein bisschen stinkig mit mir selbst, für ein Buch, das ich eigentlich gar nicht zu brauchen glaubte, Geld ausgegeben zu haben und habe mich verleiten lassen, voreilig einen Beitrag dazu zu schreiben.

Kurze Zeit später bin ich ein paar Mal freundlich von euch darauf hingewiesen worden, das Buch doch mal bis zum Ende zu lesen.

Und siehe da: ihr hattet absolut Recht!

Glücklich sein durch richtiges Aufräumen

Tatsächlich geht es in dem Buch über richtiges Aufräumen (natürlich) nicht darum, für alles einen festen Platz zu haben.

Stattdessen versucht uns Marie Kondo begreiflich zu machen, sich nur noch mit Dingen zu umgeben, die einen glücklich machen. Das führt automatisch zu einem etwas minimalistischeren Lebensstil, als man ihn vorher gepflegt hat. Zusätzlich gibt Marie Kondo noch Tipps zur Umsetzung dieser Strategie. Eine habe ich gleich mal ausprobiert:

Ich habe meine beste Freundin zu mir eingeladen und wir haben meinen gesamten Kleiderschrank ausgeräumt. Das führt einem übrigens auch super vor Augen, wie viel Kleidung man da wirklich besitzt. Wenn man also am Ende nicht mehr sehen kann, ob es sich beim Bodenbelag im Schlafzimmer um Teppich oder Parkett handelt, sollte man das schon mal als sicheres Zeichen dafür sehen, das es Zeit für eine Kleiderspende ist.

Beim Einräumen durften dann nur noch Kleidungsstücke in den Schrank die ein Glücksgefühl bei mir ausgelöst haben. Während ich vorher noch meine Pullover aus dem Schrank zerren musste, immer zusammen mit drei anderen Pullovern, hat jetzt jedes Kleidungsstück viel Luft zum Atmen und ich kann behaupten, nur noch meine Lieblingskleidung im Schrank zu haben. (Das heißt aber nicht, dass ich an manchen Tagen nichts zum Anziehen habe, ihr versteht das.)

Minimalismus

Für mich trifft es absolut zu. Je mehr Ordnung bei mir Zuhause herrscht, desto eher kann ich mich entspannen und fühle mich wohl. Doch wer sich vor ständigem Aufräumen scheut, kann es sich einfacher machen und nur noch Dinge zuhause haben, die einen bereichern und einen glücklich stimmen. Wer alles andere rigoros rausschmeißt, lebt automatisch minimalistischer, ordentlicher und glücklicher.

Fazit

Ich musste dem Buch eine zweite Chance geben, was schon mal nicht für einen fesselnden Schreibstil spricht. Wer denkt, Ratgeber wären nie fesselnd, hat noch nicht die richtigen gelesen 😉

Ich bleibe bei meiner Meinung, dass Marie Kondo eine nicht ganz gesunde Einstellung zum Thema Ordnung hat. So wie sie ihre Wohnung beschreibt, ist sie eingerichtet wie eine hübsche Gefängniszelle. Aber wenn sie so wenig braucht, um glücklich zu sein, spricht natürlich nichts dagegen.

Ansonsten vermittelt sie aber genau die für mich richtigen und wichtigen Werte; nämlich die Wichtigkeit des Glücklichseins.

Glücklich sein. Darüber gibt es tausende Bücher und sicher noch mehr Forschungsabhandlungen. Es wird niemals die „eine“ Formel zum Glücklich sein geben, aber Bücher wie „Magic Cleaning“ zeigen Wege auf, die man einfach mal probieren sollte.

Wir verbringen so viel Zeit in den eigenen vier Wänden, warum also nicht alles rausschmeißen, was uns stört?

Nochmal Danke für euer Feedback, das mich dazu gebracht hat, dem Buch noch eine Chance zu geben!

Habt ihr das Buch gelesen und vielleicht sogar etwas daraus umgesetzt?

Viele Grüße

Tabea

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.