„Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman

Es ist mir lange nicht so schwer gefallen, einen verständlichen Satz zu Stande zu bringen. Ich liege krank auf der Couch und erfreue mich an einer fetten Erkältung, während die Nachbarwohnung saniert wird und die Handwerker seit Stunden einen scheinbar fußballfeldgroßen Fliesenspiegel von der Wand klopfen. Also bitte verzeiht, wenn die Verständlichkeit dieses Mal etwas gelitten hat 🙂

Vorurteile

Heute geht es nicht um ein super spannendes Buch, nicht um einen berühmten Krimi und auch nicht um Ratgeber, die ich ja sonst so gerne lese. Heute geht es um Ove. Ein Mann, der alle Klischees eines fürchterlichen Nachbarn erfüllt. Ein Mann, der nichts besseres zu tun hat, als in seiner Freizeit Knöllchen für Falschparker zu schreiben. Ein Mann, der es einem sehr sehr schwer macht, ihn zu mögen. Aber wenn man ihn erstmal kennen lernt…

Alltagsträumer - Ein Mann namens Ove

Denn wenn ich eines gelernt habe, dann, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat. Weil man einem Menschen seine Vorgeschichte niemals ansehen kann, sollte man immer vermeiden, jemanden zu verurteilen. Vielleicht wären wir ja genauso geworden, wenn uns die gleichen Dinge passiert wären.

Hinter der Fassade

Und so lernt man im Laufe der Seiten, Ove ins Herz zu schließen. Nach dem Tod seiner geliebten Frau und dem Verlust seiner einzigen Ablenkung, der Arbeit, sieht er sich mit einer Rente konfrontiert, die ihm keine Aussicht auf einen Funken Lebensfreude verspricht. Der Leser muss nun zuschauen, wie Ove alle Vorbereitungen für einen Selbstmord trifft. Doch etwas stört den Hausfrieden und Ove in seiner Traurigkeit. Die neuen Nachbarn sind alles andere als unauffällig und nehmen Ove sofort in seiner Mitte auf. Sein Suizid verschiebt sich immer weiter nach hinten…

Ove ist unausstehlich und grummelig, schlecht drauf und gemein. Gleichzeitig ist er so zerbrechlich, einsam und hält an seinen Marotten fest wie an einem rettenden Seil. Und dann gibt es da noch eine Katze, die Ove in den Wahnsinn treibt, doch die beiden sind ein eingespieltes Team. Bei kleinen süßen Tieren werden eben auch grummelige ältere Herren ganz weich.

Ich wollte Ove direkt adoptieren, so als Opa-Ersatz. Dieses Buch hat mich schwanken lassen zwischen trauriger Betroffenheit und einem breiten Grinsen, weshalb ich es euch nur ans Herz legen kann. „Ein Mann namens Ove“ ist die perfekte Urlaubslektüre oder, wie in meinem Fall, eine tolle Aufmunterung, wenn es euch mal nicht so gut geht.

Nehmt Ove in  Eurer Mitte auf und lasst mich wissen, wie Euch das Buch gefallen hat!

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Ich freue mich auf Euer Feedback!

Eure Tabea

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