„Das Leben ist zu kurz für später“ von Alexandra Reinwarth

Gerade klappe ich das Buch zu, steige aus dem Bus und muss lächeln. Wie sehr mich diese Seiten bereichert haben und mir doch gleichzeitig gezeigt haben, dass ich auf dem richtigen Weg bin. „Jetzt oder nie, das Leben ist kurz“ ist, was ich immer sage. Das Leben ist zu kurz für später.

Alexandra Reinwarth

Die gebürtige Regensburgerin (der Name ist übrigens Programm: Regensburg liegt in einem Tal und verzeichnet überdurchschnittlich viel Niederschlag) lebt seit vielen Jahren in ihrer Wahlheimat Valencia im sonnigen Spanien und beschäftigt sich in ihren Werken regelmäßig mit Selbstexperimenten, die große Fragen des Alltags beleuchten. Nachdem sie sich für ihre Leser schon auf die Suche nach dem Glück gemacht und alles gegeben hat, um mehr Yogurette statt Snickers zu sein („Das Fitness-Projekt“, 2012), hat sie 2018 endlich ein neues DIY-Buch auf den Markt gebracht: „Das Leben ist zu kurz für später“. In ihrem neusten Spiegel-Bestseller hat sie für uns wieder den Selbstversuch gewagt.

Worum geht’s?

Alexandras Freund L. kommt nach Hause und findet nichtsahnend eine Todesanzeige seiner Freundin im Flur. Die Frau hatte wieder eine Idee. Dieses Mal mit Todestag. Ziemlich drastische Maßnahme, aber von nichts kommt nichts. Und so stellt sich Alex selbst ein Ultimatum. In elf Monaten ist Schluss mit lustig, Schicht im Schacht, Feierabend. Am 15.02. wird der Tag sein, an dem sie das Zeitliche segnet. (Es gibt überraschend viele Synonyme fürs Sterben, oder?)

Kurzum, ein neues Projekt ist geboren. Fast ein Jahr lang testet Alex, wie es sich lebt, wenn man Entscheidungen mit dem Hintergedanken des festen Ultimatums trifft. Mit dieser Geste beschreibt sie in diesem Buch nicht das Einzige mal die Ignoranz der Menschheit. Es könnte jeden einzelnen Tag so weit sein. Doch wir alle leben, als wäre es für die Ewigkeit. Und – klopf auf Holz – die meisten kommen ja glücklicherweise in den Genuss, alt zu werden. Aber wie das Beste daraus machen?

Der Test

Stolz und Peinlichkeit. Wie viele Dinge entgehen uns wohl im Leben, weil wir uns aus Stolz nicht trauen? Wie viel ist uns zu peinlich, würde uns aber glücklich machen? Alexandra testet das und spricht sich alles von der Seele, was sie sich nie getraut hat. Entschuldigt sich für ihr schlechtes Verhalten  und gesteht ihre Eifersucht auf die jetzt geteilte Aufmerksamkeit ihrer besten Freundin. Und fühlt sich damit – frei und glücklich. Nicht, weil ihre Entschuldigung angenommen wurde, sondern weil sie sich endlich von der Last befreit hat, die ihr schlechtes Gewissen ihr bereitet hat.

Gleiches gilt für das Verzeihen. So viele Menschen tragen seit Jahren oder Jahrzehnten eine Wut über einen anderen Menschen mit sich rum, weil sie nicht verzeihen können. Und machen damit nur sich selbst das Leben schwer. Ob es besagte Personen verdient haben, dass ihnen verziehen wird, sei dahin gestellt. Aber der verzeihenden Person bringt es – Freiheit und Frieden. So versucht sich auch Alex im Verzeihen und stellt sich wieder der These „Wenn ich noch ein Jahr zu leben hätte…“.

Meine Meinung

Einfach ein Knaller-Buch! Wie der Titel verspricht: Lebens-Verbessungs-Potenzial. Mehr Beschreibung braucht es nicht. 5 von 5 Sternen, unbedingt lesen!!

Dieses Goldstück gibt es bei Amazon* für 16,99 €, bei Medimops ab 14,14 €. (Stand April 2019)

Eure Tabea

3 Comments

  1. Jana 6. November 2019 at 19:11

    Hallo Tabea,

    ich habe gerade eine Besprechung zum Buch geschrieben und nach Rezensionen gesucht, um sie später zu verlinken. Wie schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. Für mich war es das erste von Reinwarth und ich habe beim Zuhören ein ums andere Mal laut gelacht.
    Ich verlinke deine Besprechung, sobald der Beitrag online geht!

    Herzliche Grüße
    Jana

    Reply
    1. Tabea 10. November 2019 at 10:24

      Hallo Jana,

      vielen lieben Dank für deine Erwähnung! Das Hörbuch werde ich mir auch mal anhören 🙂

      Liebe Grüße
      Tabea

      Reply
  2. Pingback: [Hörbuchtipp] Alexandra Reinwarth: Das Leben ist zu kurz für später (2018)

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